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BeitragVerfasst: Mo 3. Apr 2017, 17:02 
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Hauptwerkmeister

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Liebe EEP-Freunde,

Eltville liegt am Rhein zwischen Rüdesheim und Wiesbaden, Schlangenbad etwa 8 km entfernt in einem Tal am Südrand des Taunus.
Für die folgende Geschichte versetzten wir uns in das Jahr 1930.

Ich muss zur Kur und habe mir dazu den kleinen Badeort Schlangenbad ausgesucht. Dort gibt es nicht nur warme Heilquellen sondern das Klima am Südrand des Taunus ist so warm, das dies der einzige Ort in Deutschland ist, an dem die wärmeliebende Äskulapnatter vorkommt. Sie hat ihm seinen Namen gegeben.

Ich habe diesen Ort auch ausgesucht, weil er mit einer Straßenbahn über den Weinort Neudorf mit dem Bahnhof in Eltville verbunden ist. (vielleicht gibt es bei der Kur ja kleine Pausen, in denen man mal schnell mit der Straßenbahn nach Neudorf fahren und dort beim Winzer einen Wein trinken.... ).
Mal im Ernst: als Eisenbahnfreund wird man eher irgendwo an der Strecke der Straßenbahn stehen und Fotos machen.

Leider ist die Anreise etwas mühsam. Deswegen gibt es auch heute noch keine Fotos aus Eltville.
Der Schnellzug von Köln, den ich benutze, fährt zwar durch Eltville, hält aber dort nicht. Daher muss ich in Rüdesheim aussteigen.
Bild

Leider reicht die Zeit nicht zum Besuch der Drosselgasse sondern nur für die harte Bank auf dem Bahnhof. Hier kommt gerade der Personenzug nach Koblenz, den ich nicht gebrauchen kann.
Bild

Endlich kann ich in den Personenzug Richtung Wiesbaden einsteigen, der dann in Eltville halten wird.
Bild

Morgen geht es weiter.

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Mo 3. Apr 2017, 19:07 
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Toll, bin schon ganz gespannt wie es weiter geht und auf neue Bilder


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BeitragVerfasst: Di 4. Apr 2017, 20:36 
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Liebe EEP-Freunde,
bei der Einfahrt in den Bahnhof Eltville gibt es die Überführung über die Schwalbacher Straße. Beim Blick aus dem Zugfenster kann man hier schon 5 Sekunden lang die Gleise der Straßenbahn sehen.
Bild

In Eltville angekommen.
Bild

Direkt vor dem Bahnhof fand ich auch gleich dieses schöne Haltestellenschild. Ein Blick nach oben offenbarte aber schreckliches: k e i n e Oberleitung! Offenbar ist der Betrieb der Straßenbahn schon längst eingestellt und ich bin zu spät gekommen. Der am Schild hängende Fahrplan sagt zwar, dass in einer halben Stunde eine Bahn kommen soll, aber dies kann ja dann wohl nur ein Ersatzbus sein.
Bild

Ich setzte mich auf der Bank vor dem Bahnhof. Nach kurzer Zeit kam ein Bus, der aber nach Rüdesheim weiterfuhr.
Bild

Morgen geht die Geschichte weiter.

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Di 4. Apr 2017, 23:44 
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Hallo Oskar,

sage nur :daho :daho :daho

Viele Grüße Volkhard

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EEP6 User aus Leidenschaft, da ich ein flexibles Hobby zu schätzen weiß.
Man sollte die Zeit und die Modelle nicht vergessen, die uns dahin gebracht haben, wo wir heute bei EEP6 stehen!


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BeitragVerfasst: Mi 5. Apr 2017, 19:04 
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Hauptwerkmeister

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Liebe EEP-Freunde,

Auf der sonnigen Bank vor dem Bahnhof in Eltville war ich kurz eingeschlafen, als mich plötzlich ein geller Pfiff weckte. Als ich die Augen aufmachte, glaubte ich, immer noch zu träumen, denn vor mir stand sie, die Straßenbahn:
Bild

Nach dieser Überraschung unterbrechen wir die Geschichte kurz, damit ich euch einiges zur Anlage sagen kann. Es gab viele andere Dampfstraßenbahnen, aber bei dieser hier faszinierte mich die Vielfalt der Landschaft. Daneben ist auch die Kürze der Strecke (real 7,8 km) ein Vorteil.
Meine Anlage ist 4,1 km 1 km groß. Ich habe alle markanten Gebäude und Landschaftsbestandteile untergebracht, nur Streckenteile, die durch Wiederholung langweilig wären (ein kleiner Teil der Schwalbacher Straße in Eltville und die lange Strecke durch den Wald vor Schlangenbad) habe ich etwas verkürzt. Neben vielen Informationen, die man über Wikipedia finden kann, war zum Nachbau das Buch „Die schmalspurige Dampfstraßenbahn Eltville-Schlangenbad" von Lothar Riedel sehr nützlich. Dieses enthält schematische Gleispläne und viele Fotos, die zwar heutigen Standards nicht genügen würden, da sie aus anderen Publikationen stammen, in denen sie schon schlecht reproduziert waren, die aber trotzdem für mich wichtige Details enthalten.
Da ich immer noch viel zu wenig Fotos hatte, bin ich im Mai letzten Jahrs die ganze Strecke zu Fuß abgegangen und habe dabei 185 Fotos geschossen. Es war für mich ein merkwürdiges Erlebnis eine Bahnstrecke zu fotografieren, wo doch nun überhaupt keine Bahn mehr zu sehen war.
Jetzt im März war ich noch einmal dort, weil ich noch einige Bilder brauchte und noch einige Details nachsehen wollte.
Einige ausgewählte Bilder werde ich hier einflechten, sei es als früher-heute Vergleich, oder damit ihr beurteilen könnt, ob ich die Realität beim Nachbau getroffen habe.

Noch ganz kurz einige Daten zur Bahn: Sie wurde 1895 in nur 5 Monaten Bauzeit als meterspurige Bahn in Seitenlage auf der Landstraße gebaut. Noch vor der Eröffnung stellte sich heraus, dass die Bauweise nur mit Längsschwellen unter den Rillenschienen ungeeignet war und an einem Samstag mussten 200 Arbeiter alle 10 m noch Querschwellen einfügen. Sie fuhr bis 1922. 1927 wurde sie von der Stadt Eltville gekauft und noch einmal bis 1933 betrieben. Es gab Planungen einer Elektrifizierung, zu der es aber nie kam.

Hier sehen wir nun das erste reale Foto: Der Bahnhof Eltville im heutigen Zustand. Die Gleise zum langsam verfallenden Güterschuppen sind längst abgetrennt liegen aber noch. Im Gras rechts bei den Birken gibt es auch noch Schienen von weiteren Gütergleisen.
Eltville hat heutzutage als einziger Bahnhof zwischen Rüdesheim und Wiesbaden noch ein Überholungsgleis.
Bild

Hier mein Nachbau 1930
Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Do 6. Apr 2017, 19:43 
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Hallo liebe EEP-Freunde,

Es gibt eine Reihe von unklaren Dingen bei dieser Bahn, die ich euch nicht verschweigen möchte.
Die kleine Lok braucht Kohle und Wasser. Nach dem Fahrplan gab es nur in Eltville genug Zeit zum Nachfüllen. Wir sehen hier das Umsetzgleis auf der Straße vor dem Bahnhof und nach hinten das Anschlussgleis der Malzfabrik.
Bild

Beide Orte wären zum Nachfüllen ziemlich ungeeignet gewesen. Im Vordergrund gibt es aber auch noch ein kurzes Umladegleis, das zum Umschlag aller Waren zwischen der Straßenbahn und der Normalspurbahn diente. Wahrscheinlich wurde hier auch die Lok mit Kohlen aufgefüllt, wobei es besonders praktisch gewesen wäre, dies direkt vom Normalspurwagen aus zu tun. Die Kastenlok hat keine Wassereinfüllöffnung von oben und wurde daher wahrscheinlich mit einem Schlauch aufgefüllt. Auch die Malzfabrik ohne angeschlossene Brauerei erscheint zunächst rätselhaft. Es gab allerdings früher viele kleine Hausbrauereien, die vielleicht ihr Malz von dort bezogen. Dass man auch in einer solchen Weingegend Bier trank, war nicht ungewöhnlich, da man den teuren Wein lieber verkaufte. Auch Wasser konnte man vielerorts wegen der schlechten Qualität nur abgekocht trinken, sodass Bier, bei dessen Brauprozess das Wasser gekocht wird, ein Alltagsgetränk war. Auch der Grund für das Anschlussgleis der Malzfabrik ist unklar. Da die Straßenbahn meterspurig war und es keine Rollwagen oder Rollböcke gab, musste man alle Waren am Bahnhof umladen. Die kurze Strecke hätte man daher auch mit anderen Karren überbrücken können. Ich könnte mir vorstellen, dass man Gerste aus dem Taunus in Schlangenbad auf die Bahn verladen hat und auf diese Weise den Pferdekarren den mühsamen Weg bis nach Eltville ersparte.
An der Stelle der Malzfabrik gibt es heute eine Grünanlage.

Hier wird die Lok umgesetzt.
Bild

Noch ein letztes Bild vom Bahnhof. Ab morgen begleiten wir dann den Zug bei seiner Fahrt nach Schlangenbad.
Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Fr 7. Apr 2017, 19:31 
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Liebe EEP-Freunde
Nun beginnt die Fahrt unserer Straßenbahn. Zunächst geht es die steile Wilhelmstraße hinunter.
Die Wilhelmstraße heutzutage
Bild

Hier fährt unsere Bahn.
Bild

Hier ein Bild vom unteren Ende der Wilhelmstraße.
In der scharfen Kurve zur Unterführung und durch die Unterführung musste ein Bediensteter zur Warnung des Straßenverkehrs der Bahn vorangehen.
Bild

In Lothar Riedels Buch steht, die Bahn sei in Mittellage durch die Unterführung und bis zur nächsten Kreuzung gefahren. Beim Nachbau mit einer realistischen Lage der Wilhelmstraße und der Schwalbacher Straße, in die sie einmündet und die dann unter der Eisenbahn hindurchführt, stellte ich aber fest, dass dann der Kurvenradius unrealistisch klein würde. Ich habe die Straßenbahn, wie im weiteren Verlauf der Schwalbacher Straße daher gleich in Seitenlage gelegt.
Bild

Auch dazu ein reales Bild mit der heutigen größeren Brücke.
Bild


Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Sa 8. Apr 2017, 17:23 
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Liebe EEP-Freunde,

schon kurz nach der Unterführung gab es die erste Haltestelle: "Deutsches Haus".
Bild

Zeitweilig war diese Gaststätte mit einer hohen Hecke umgeben.
Bild

Heute gibt es das Gebäude auch noch aber die Hecke wurde durch eine Mauer ersetzt.
Bild

Nun geht es weiter auf der Schwalbacher Straße. Typisch für diese Straße sind die Villen
mit kleinen Vorgärten, die wiederum mit Mauern, Zäunen und Hecken abgegrenzt sind.
Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Mo 10. Apr 2017, 15:27 
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Liebe EEP-Freunde,

so sieht die Schule an der Schwalbacher Straße heute aus
Bild

und hier fährt unsere Straßenbahn daran vorbei.
Bild

Hier haben wir das schlossähnliche Gebäude des Staatlichen Weinguts Kloster Eberbach erreicht.
Bild

Kurz zur Geschichte: Die Mönche im nahe gelegenen Kloster Eberbach bauten Wein zunächst nur als Messwein an, stellten aber bald fest, dass man ihn auch gut verkaufen kann. Im Laufe der Zeit kauften sie viele gute Weinlagen zusammen. Nach der Säkularisation gingen die Weinberge zunächst an Fürsten über, letztlich aber an das Land Hessen. Der Wein wurde nicht im Kloster sondern in mehren Kellereien u.a. in dieser hier in Eltville hergestellt. 2008 wurde ein ganz neuer moderner Keller im nahegelegenen Steinberg gebaut und seitdem steht das Weingutgebäude in Eltville leer. Es wurde zwar an Investoren verkauft aber bisher nicht genutzt.
Dieser rechte Flügel des Guts heißt Turnhalle und wurde anfangs wohl auch so genutzt. Es gab hier die Haltestelle Turnhalle und gleich danach die Abzweigung ins Depot unserer Straßenbahn.
Bild

2015 gab es einen Brand, sodass wir hier nur noch die Außenmauern der Turnhalle sehen.
Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Di 11. Apr 2017, 20:28 
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Liebe EEP-Freunde,

Bild
Das Depot war tatsächlich wie hier dargestellt von einem Bretterzaun umgeben. Eigentlich fällt das Gelände bis zum Ende des Depotgeländes am Sülzbach ca. 3 m ab. Es gab und gibt heute noch aber eine Anschüttung, um eine ebene Fläche zu erhalten. Heute ist das Gelände mit kleinen Häusern bebaut, seine äußeren Abmessungen kann man aber immer noch z.B. auf Google earth sehen. Als Außengrenze gibt es heute eine Mauer, die an einer Stelle durch eine Straße durchbrochen ist. Beim Nachbau stellte ich fest, dass das Gelände so klein ist, dass man für größere Rangierarbeiten im Depot die Straße mitbenutzen muss. Beim früher schwachen Verkehr war dies wohl kein Problem.

Auch vom Depot übrig geblieben ist das Haus an seiner Einfahrt. Es fällt dadurch auf, dass es im Gegensatz zu allen anderen Häusern schräg zur Schwalbacher Straße steht (oder parallel zur alten Einfahrt).
Bild

Hinter der Turnhalle folgt zunächst hinter Büschen versteckt der Friedhof und dann die Ziegelei.
Bild

Das Ziegeleigelände ist heute hauptsächlich durch ein großes Schulzentrum bebaut. Ob die Ziegelei selbst direkt an der Straße stand weiß ich nicht, es wäre aber sinnvoll gewesen.
Merkwürdigerweise gab es nämlich kein Anschlussgleis. Eigentlich müsste aber die Ziegelei ein wichtiger Kunde unsere Bahn gewesen sein. Man nimmt daher an, dass z.B. zur Anlieferung von Kohle einfach ein Wagen vor der Ziegelei stehen blieb und dann bis zum nächsten Zug die Kohle auf die Straße geschaufelt wurde.
Bild

Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Mi 12. Apr 2017, 09:49 
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Oberbetriebsmeister

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Wieder eine Anlage der Superlative!!! Interessant Bilder, tolle Geschichte und alles von Meisterhand umgesetzt. Da macht das Fein-Gucken richtig Spass! Vielen Dank für den Genuss und Frohe Ostern!

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Es grüsst der Fisch. (EEP6 - Stehenbleiber, Feingucker und Hg. des "Guide Fischelin für Schmalspuranlagen")


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BeitragVerfasst: Mi 12. Apr 2017, 13:07 
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Oberbetriebsmeister

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Hallo Oskar!

Gute Bilderserie.

Gruß Theo

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BeitragVerfasst: Mi 12. Apr 2017, 17:29 
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Hauptwerkmeister

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Liebe EEP-Freunde,

Danke für die Kommentare. So weiß ich, dass ihr euch über meinen Bericht freut.

Wir haben nun das Ortsende von Eltville erreicht. Nun geht die Straße ein kurzes Stück abwärts überquert mit einer kleinen Brücke den Sülzbach, der vollständig im Gebüsch versteckt ist, und steigt von dort an zwischen Weinbergen beständig an, um einen Ausläufer des Taunus zu überwinden. Leider hat unsere Bahn an dem schönen Weingut auf der rechten Seite keine Haltestelle. (der Bus hält heutzutage dort).

Das reale Weingut
Bild

meine Anlage
Bild

dieselbe Situation nur von der anderen Seite gesehen
Bild

Die Lok muss nun auf ihrem Weg durch die Weinberge kräftig arbeiten.
Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Do 13. Apr 2017, 22:00 
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Liebe EEP-Freunde,

in dem Ausläufer des Taunus, den unsere Bahn überwinden muss, gibt es eine Art Senke. Die Berge rechts von der Straße haben wir gestern gesehen.
Links von der Straße befindet sich die Bubenhauser Höhe, die unter Weinkennern einen guten Ruf hat.
Bild

Bild

Dieser Bereich wird heutzutage leider von der autobahnähnlichen B42 durchschnitten. Die Eltviller sind trotzdem froh, dass sie durch diesen Bereich geführt wurde,
wäre sie doch andernfalls am Rheinufer entlang gebaut worden und hätte damit ihren Ort wie die Nachbarorte vom Rhein abgeschnitten.
Bild
Der Radweg, den man hier neben der Straße sieht ist übrigens nicht die alte Bahntrasse. Die Bahn fuhr auf der Straße. Der Radweg wurde erst in neuerer Zeit neben
der Straße gebaut.

An der höchsten Stelle, bevor es ins Nachbartal wieder abwärts geht, führt die Straße durch einen kleinen künstlichen Einschnitt.
Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Fr 14. Apr 2017, 21:57 
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Hauptwerkmeister

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Liebe EEP-Freunde,

nun führt die Strecke abwärts in das Walluftal. Wir sehen hier schon die ersten Häuser eines Dorfes,
das zu den Zeiten, in denen unsere Bahn fuhr Neudorf hieß, und jetzt Martinsthal heißt.
Bild

Der Name kam folgendermaßen zustande:
Im 12. Jahrhundert wurde ein Gebiet, das etwa dem heutigen Rheingau entspricht, mit einer neuen Grenzbefestigung, dem „Gebück“, versehen, die aus einem ca. 50 m breiten Streifen aus Bäumen bestand, deren Zweige heruntergebogen und miteinander verflochten wurden. Diese Grenze lief entlang des Walluf-Baches, dessen Tal wir hier sehen.
1363 gewährt der Mainzer Erzbischof Gerlach allen Bewohnern des Walluftals, die östlich und damit außerhalb dieser Grenze wohnten, eine zehnjährige Steuerfreiheit, wenn sie sich innerhalb westlich des Walluf-Baches niederließen und diese Grenze bewachten. Angesiedelt wurden sie dazu auf einem schmalen Streifen am Hang, der zuvor der Gemeinde Rauenthal gehörte.
Steuerfreiheit ist immer gut und so fanden sich zahlreiche Winzer, die dazu in dem neuen Ort „Mertinsdal“ ansiedelten. Die Weinberge vom neuen Dorf blieben weiterhin auf der Ostseite des Tals, wo sie auch heute noch liegen, wie wir sie hier im Bild sehen, und die Bewohner mussten durch ein Tor in der Grenzanlage gehen, um dorthin zu gelangen.
Seit 1406 wurde der Ort nur noch „Neudorf“ genannt. In den alten Fahrplänen der Straßenbahn gibt es daher die Haltestelle Neudorf und ich werde nur diesen Namen weiterhin verwenden. Erst 1935, als der Export von Wein immer wichtiger wurde, besann man sich auf den alten klangvolleren Namen, den der Ort auch jetzt noch trägt: „Martinsthal“. Heutzutage ist Martinsthal ein Ortsteil von Eltville.

Kurz bevor man in den Ort hineinfährt kann man links das Schlößchen Nonnenberg mit seinem Weinberg sehen.
Bild

Hier auf meiner Anlage:
Bild

Viele Grüße
Oskar

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BeitragVerfasst: Sa 15. Apr 2017, 22:00 
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Hauptwerkmeister

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Liebe EEP-Freunde,

die Einfahrt nach Neudorf/Martinsthal ist sehr interessant. Hier steigt die Straße zunächst an, um dann in einer schmalen 90-Grad Kurve
wieder abzufallen. Im offenen Gelände würde man einfach die kurze höher gelegene Strecke abbaggern, hier ist dies aber wegen der anliegenden Häuser nicht möglich.
Die reale Situation heute
Bild

mein Nachbau
Bild

und hier verschwindet gerade der Zug um die Kurve.
Bild

Morgen zeige ich euch dann ein reales Bild, auf dem ihr sehen könnt, wie heutzutage die Deutsche Bahn durch diese Straße fährt.

Ich wünsche euch allen Frohe Ostern.
Oskar

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BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 07:12 
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Hauptwerkmeister

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Guten Morgen Oskar, ich bin sehr angetan von den Bildern ! Ja und da bleibt ja nur noch der Bus- bin gespannt


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BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 15:07 
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Herzlichen Dank für diese wunderschöne Ostergeschichte, von der Wiederauferstehung dieser kleinen Bahn in Deiner Anlage ;)

LG KlausD

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BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 18:28 
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Oskar,
Großes Lob für dieses "große Kino" :daho :daho :daho
Eindrucksvoll und stimmig in den Details!
Gruß
Bernie

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BH1Bild Für eine freie und unabhängige Ukraine! Для свободной и независимой Украины!


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BeitragVerfasst: So 16. Apr 2017, 18:53 
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Oberwerkmeister

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Wohnort: Heroldsbach
:daho Beeindruckende Umsetzung !

Macht echt Spaß, die Bilder anzuschauen.

Grüße
Rainer

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