Talheim - Fantasieanlage

Anlagen die frei gestaltet sind
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Meterfan
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Talheim - Fantasieanlage

#1 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

beim Bau der Sardinien-Anlage, die auch bald zu haben sein wird, aber aufgrund der vielen Kaufmodelle nur wenigen EEP-Freunden Freude machen wird, fiel mir auf, dass ich zur Landschaftsgestaltung fast nur die Baum- und Buschreihen aus der EEP-Grundversion benutzte.

Daher kam mir die Idee nach den vier anderen Anlagen aus Grundversionsmodellen (Argegno, Wuppertal, Alpensee und Jena) wieder einmal eine Grundversionsanlage zu bauen, die alle EEP-Freunde, die EEP 6.1 haben, sofort ohne jeglichen Tausch von Modellen benutzen können.

Solch eine Anlage kann man richtig schön nur als Fantasieanlage bauen. Als Thema nahm ich eine durch Ackerbau geprägte Landschaft irgendwo im hügeligen Osten Deutschlands.
Im Gegensatz zu meinen anderen Anlagen gibt es keine Straßenbahn und keine großen Wasserflächen.

Aus Erfahrung weiß, ich dass es zwar einige Kommentare zu den zu solchen Anlagen gezeigten Bildern gibt, aber wenig Rückmeldungen, zu den heruntergeladenen Anlagen, obwohl diese doch ohne Frust wegen der sonst in Fremdanlagen vielen zu tauschenden Modelle benutzbar sein sollten.
Nun ja, ich weiß, selber bauen macht mehr Spaß und sehe das auch bei meinen Enkelkindern, die meine Anlagen gar nicht sehen wollen, sondern lieber selber bauen.

Bevor es die Anlage gibt, werde ich daher viele Bilder zeigen und dabei auch versuchen zu erläutern, wie ich gebaut habe und damit euch vielleicht Anregungen für eure Anlagen geben.
Natürlich sind in diesem Stadium auch Anregungen eurerseits hoch willkommen und kleine Änderungen in der Anlage noch möglich. Bedenkt dabei aber, dass nur Grundversionsmodelle verwendet werden sollen.

Beginnen möchte ich mit einigen Landschaftsbildern.

Die einfachste und schnellste Art, sich solch sanft geneigte Flächen, wie im folgenden Bild zu schaffen, ist, sich zunächst eine höher liegende schmale Fläche (hier als Talrand) und eine tieferliegende Fläche (ist hier schon als Talboden vorhanden) zu schaffen und diese dann in Streifen mit dem Rampenwerkzeug zu verbinden. Ich verwende die Rampenbreite 8 und ziehe das Werkzeug im 2d-Planfenster nur parallelen zu den Bildschirmrändern, weil EEP bei schräger Führung gezackte Strukturen erzeugt. Da man oben und unten nie den gleichen Punkt findet, kann es dabei leichte Stufen und Gräben geben, die aber durchaus natürlich aussehen und als Feldränder genutzte werden können. Ist die Stufung zu grob kann man mit dem Tropfenwerkzeug bei Einstellung eines großen Radius ein wenig glätten. Da es selten Hochebenen gibt, muss man anschließend die obere ebene Fläche noch mit dem auf großen Radius eingestellten Werkzeug für Berge an einigen Stellen leicht anheben oder absenken.

Für die Hecken habe ich nicht nur die Buschreihen, sondern auch die Obst- und Laubreihen benutzt.
Alle habe ich entsprechend der Hangneigung in der x-Koordinate gedreht. Die Obst- und Laubreihen muss man dabei so absenken, dass man die Stämme nicht sieht, die dann alle schief stehen.

Als Bodentextur unter jeder Hecke und jedem Baum verwende ich Waldboden3. Diese dunkle Textur simuliert einen Schatten, lässt eine Hecke dichter erscheinen und versteckt ein wenig die Tatsache, dass alle Büsche nur aus 2 gekreuzten Ebenen aufgebaut sind.

Es darf keine großen gleichmäßigen Flächen geben. Dies erreicht man zum Teil durch Zerlegung in schmale und durch Wiese oder Hecken getrennte Feldstreifen. Aber auch ein einzelnes Feld hat keine ganz gleichmäßige Färbung. Hier habe ich die jeweilige Feldtextur etwas abgedunkelt und als kleine dunklere Flecken aufgebracht. In Bennys realen Bilder vom Maintal ab Nr. 1154 kann man dies gut mit der Natur vergleichen.
Bild

Während wir im ersten Bild die rechte Talseite sahen, sehen wir hier die linke Talseite mit dem kleinen Dorf Talheim. Die „Kirche2“ gibt auf 0.5 skaliert und um 5 m abgesenkt eine hübsche Dorfkirche, die mit den roten Dächern der Dorfhäuser des Dorfkerns harmoniert. Am Rand des Dorfes gibt es Häuser aus neuerer Zeit mit einem anderen Baustil.

Der Damm der Kopfsteinpflasterstraße, die ich als einzige in der ganzen Anlage verwendet habe, passt zwar gut zur als Grundtextur verwendeten Textur bb_Alpengras. Trotzdem sieht es besser aus, wenn man die Grenzlinie am unteren Dammrand überwiegend mit Büschen bepflanzt.

Durch die grobe Rasterung (ich verwende nur 150 Knoten/km) ist es schwer, schöne Abschlüsse der Felder zu erhalten. Der rechte Rand des braunen Feldes könnte zur Kaschierung noch einige Büsche vertragen. Andererseits gibt es im Bereich um das Dorf schon leichte Frameratenprobleme.
Daher habe ich die Dorfrückseite wenig detailliert gestaltet.
Bild

In der Führerstandsansicht im folgenden Bild sieht es trotzdem nicht so schlecht aus.
Bild

Hier sehen wir Talheim von der anderen Seite. Bei der Gestaltung des Flusses habe ich sorgfältig darauf geachtet, dass die Flächen mit der Wassertextur alle eben sind. Das Gras darf nur selten bis zum Wasser gehen. Vorzugsweise gibt es dort Sand oder Steine. Jeder Fluss hat begleitende Büsche, die bei der Darstellung wichtiger sind als das Wasser, und oft auch alleine sichtbar sind und damit bei Fernsicht die Lage des Flusses markieren. Den rechten Talrand habe ich aus einem Grund, den ich später erläutern werde, ziemlich steil angelegt. Daher kann es dort keinen Acker, dafür aber einen Weinberg geben. Um eine Ansammlung von Häusern wie einen deutschen Ort aussehen zu lassen, sind Zäune sehr wichtig. Hier in dieser Gegend reicht das Geld nicht für schmiedeeiserne Zäune und Mauern, ein Staketenzaun muss reichen. Nur der Kirchhof rechts von der Kirche hat eine Mauer). Wenn man nicht gerade ein Neubaugebiet darstellen möchte, muss es auch Obstbäume und hinter den Zäunen noch heckenartig angelegte Buschreihen geben.
Bild

Ein Bild vom weiter flussabwärts gelegenen Talhang: Auch in diesem Bild war der Staketenzaun rechts vor den Häusern das Tüpfelchen auf dem i.
Bild

Weitere Bilder werden folgen.

Viele Grüße
Oskar
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#2 Beitrag von Wolfgang2 »

Hallo Oskar,

du hast dich schon wieder übertroffen!
Als Ostdeutscher fühle ich mich geehrt, dass du dir mal wieder deine Anregungen bei uns geholt hast.
Aber leider werden alle unsere "Talheime" mit "Th" geschrieben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Talheim#/ ... )lheim.svg
Ist egal, dein guter Wille holt es wieder raus, ist ja eine Fantasieanlage ;-)
Wir freuen uns auf deine Anlage!

Grüße aus dem Wedertal
Wolfgang2

schaumbk
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#3 Beitrag von schaumbk »

Hallo Oskar,

deine Landschaftsgestaltung gefällt mir. :daho
Der Einsatz der Landschaftselemente und Immos auf den Bildern ist dir sehr gut gelungen.

Weiter so
Klaus
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#4 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

ich weiß, dass ihr statt lieblicher Landschaften lieber Schotterwüste und qualmende Ungeheuer seht. Auch das könnt ihr haben.
Bild

Wobei auch die Darstellung von schöner Schotterwüste einige Überlegungen erfordert. Passend zum Schotter des Gleises passte in meinen Augen keine der mitgelieferten Bodentexturen. Andererseits gefiel mir der Schotter in der Anlage Großheringen von Andreas Großkopf sehr gut. Ich habe mir daher die Änderungen in den Farbwerten der Textur Steinboden 9, die er dort vornahm, abgeschrieben. Um den Schotter nicht zu eintönig erscheinen zu lassen, habe ich dann noch einige Stellen abgedunkelt. Leider gab es immer noch einige Kacheleffekte, die ich dann durch Tupfer mit der Textur Steinboden 3 verschwinden ließ.

Erstmalig habe ich hier Kreuzungsweichen eingebaut und war erstaunt, wie leicht das geht, wenn man den Standardgleisabstand von 4,5 m und den Standardabzweigwinkel von 6.4 Grad verwendet.
Auch die Verschaltung ist einfach, wenn man verstanden hat, dass für die angegebenen Richtungen (z.B. links-links) die Weiche von links betrachten muss, wenn man sie auf die Platte legt. Benötigt man die Weichenlaterne auf der anderen Seite, verwendet man besser die Kreuzungsweiche links,
die sich nur durch die Lage der Laterne unterscheidet, anstatt die Weiche zu drehen.

Auch zeigte sich selbst hier, wo alle Gleise im Bahnhof mit Winkel null verlegt sind, dass EEP gerne kleine Winkelabweichungen einführt, selbst wenn man die Weichharfe aus den Gleiskombinationen verwendet. Es ist daher ratsam nur eines der parallelen Gleise durch vorwärts Kopieren zu verlängern und die anderen daraus durch parallel Kopieren zu erstellen.


Hier sehen wir den Bahnhof Talheim.
Bild

Der Namen habe ich aus folgendem Grund gewählt:
Eigentlich ist das Bahnhofsgebäude, dasjenige von Großheringen. Der erste Bahnsteig zwischen den Gleisen ist als Gleisobjekt fest mit dem Bahnhof verbunden. Ich benötige aber noch einen zweiten gleichartigen Bahnsteig, den es als denjenigen von Bad Sulza gibt, und der auch dieses Schild trägt. Um eine einheitliche Beschilderung zu haben, habe ich dann vor alle Schilder das Schild mit der Aufschrift Talheim gesetzt, was auch gut passt, da mein Talheim in einem breiten Tal liegt.
Unkrautvernichtung ist nie perfekt. Deshalb gibt es auch hier in der Schotterwüste Gewächse.

Eigentlich ist krumm und schief immer schöner als gerade. Hier ist aber alles gerade, da es den Bahnsteig Bstg_2x77, den ich gerne einmal verwenden wollte, weil er einer der wenigen alten Bahnsteige ist, nur als Gleisobjekt für gerade Gleise gibt, die vielen Gleise sich in der Geraden leichter verlegen lassen, und im breiten Talboden auch in Realität ein Bahnhof mit geraden Gleisen verlegt worden wäre.

Das Bahnhofsgebäude von Groß Heringen steht (bzw. stand, da leider abgerissen) eigentlich auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen. Hier habe ich aber das Gleis auf der anderen Seite zugeschüttet und durch eine Bushaltestelle ersetzt.
Passend fahren hier die beiden in Grundversion enthaltenen Ikarus Busse, die sich je nach Verkehrslage in der Nähe des Bahnhofs treffen.
Bild

Hier sehen wir den Vorplatz von der anderen Seite.
Orte sehen mit Vorgärten besser aus. Hier gäbe es aber vermutlich keine. Daher habe ich den Platz wenigstens durch Bäume aufgelockert. Da es in der Grundversion keine Baumrabatten gibt, habe ich statt dessen aus den Immobilien die HT_TuGruenplatte_12_27_8-5 verwendet, skaliert auf 0.3 und versenkt um-2,53m, da sie erhöht dargestellt wird.
Bild

Wenn man Bahnsteige ganz realistisch darstellen möchte, darf man nicht das Gras am nicht begangenen Ende nicht vergessen.
Bild

Als kleine Zugabe gibt es hier noch zwei Bilder vom Sandzug bei der Einfahrt nach Talheim
Bild

und bei der Ausfahrt.
Bild

Im nächsten Beitrag werde ich euch dann den Gleisplan der Anlage zeigen.

Viele Grüße
Oskar
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Wolfgang2
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#5 Beitrag von Wolfgang2 »

Hallo Oskar,

eine Anlage ganz nach meinem Geschmack!

Bin froh, dass du mir das mit dem Anlagennamen nicht übel nimmst, es sollte auch keine Wichtigtuerei sein.
Natürlich gibt es zufälligerweise vor meiner Haustür eine Stadt namens Thalheim, aber du hast den Namen ja aus ganz anderem Grunde gewählt, entsprechend dem vorhandenen Bahnsteigmodell.

Bin gespannt auf das schon im Hintergrund erkennbare Bahnbetriebswerk.

Grüße aus dem Wedertal
Wolfgang2

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Re: Talheim - Fantasieanlage

#6 Beitrag von Meterfan »

Hallo Wolfgang,
das Bahnbetriebswerk dient bisher, obwohl funktionsfähig, nur als unbewegte Kulisse. Hier ein Bild:
Bild

Liebe EEP-Freunde,

Die Anlage Talheim ist 5 km breit und 1.5 km lang. Der Gleisplan der Anlage Talheim ist so angelegt, dass man trotz wenig Gleisen und viel Landschaft ständig bewegte Fahrzeuge sieht. Im Plan sind alle Gleise schwarz und die Straßen rot dargestellt.
Bild

Links oben liegt der Schattenbahnhof A, der zur Schonung der Framerate in 900 m Höhe mit unsichtbaren Gleisen angelegt ist. Von dort springen die Züge in einen Tunnel auf Anlagenhöhe, aus dessen Ausgang sie auf einer 2-gleisigen Strecke zum Bahnhof Talheim fahren. Bei der Einfahrt teilt sich die Strecke schon in 2 2-gleisige Strecken, die sich dann rechts vom Bahnhof verzweigen. Die Strecke zum Schattenbahnhof C ist ebenerdig angelegt, die zum Schattenbahnhof D steigt leicht an.

Richtig interessant wird die Anlage erst durch die eingleisige Nebenstrecke, die im Bahnhof Talheim beginnt und zunächst nach links unten führt. Sie steigt dabei am Talrand soweit an, dass sie dann unter Ausnutzung der maximalen Höhe der Brücke Bergheim die Hauptstrecke überquert und auf der anderen Talseite nunmehr nach rechts am Hang entlang fährt. Der Bahnhof Paulinzella ist 2-gleisig ausgeführt und dort gibt es manchmal Zugkreuzungen. Die Strecke führt weiter am Hang entlang über den Haltepunkt Talheim Nord und über eine weitere Brücke die Hauptstrecke zum Schattenbahnhof C und dabei auch den Fluss und die Straße überquerend zum Bahnhof Hartenstein. Vor dem Bahnhof teilt sich die Strecke in diejenige, die zum Personenbahnhof führt und diejenige. die zum Steinbruch führt. Glaubhaft wird diese Streckenführung, weil der Steinbruch Hartenstein 24 m höher liegt als Talheim und über eine realistische Steigung erreicht werden muss. Diese Anlage der Nebenstrecke hat den Vorteil, dass man von jedem Punkt aus dem Tal den Betrieb auf ihr beobachten kann, und die Landschaft um die Nebenstrecke bzw. die Talstrecke je nach Standort von der jeweils anderen Strecke aus gesehen als Hintergrund dienen kann.

Die Ausfahrt aus den Schattenbahnhöfen wird über ein Schaltauto, das als zentrale Uhr dient, so geregelte, dass jeweils ein Personenzug, der auf einem der Streckenäste A-C oder A-D verkehrt, kurze Zeit später von einem Schnellzug, der in gleicher Richtung auf dem anderen Streckenast fährt, verfolgt wird. Der Personenzug hält jeweils einige Minuten im Bahnhof Talheim, und wird dabei vom Schnellzug eingeholt bzw. überholt. In Richtung der Verzweigung nach C und D kann es dabei zu Doppelausfahrten kommen.
Um ein wenig Chaos zu erzeugen, gibt es eine zweite Uhr, die in einem schneller laufenden Zeittakt die Ausfahrt der drei nur auf den Hauptstrecken verkehrenden Güterzüge steuert. Dadurch kommt es zu immer neuen Situationen, in denen sich, wie im richtigen Leben, Schnell-, Personen- und Güterzüge ihre Fahrwege gegenseitig blockieren. Dass es dabei nicht zu Unfällen kommt, regelt eine Fahrstraßen- und Blocksteuerung, die ich später erläutern werde.

Auf der Nebenstrecke pendelt ein Personenzug zwischen Hartenstein und Talheim und ein Güterzug, der die Steine von Hartenstein zum Schattenbahnhof D befördert. Diese Züge pendeln mit kurzen Pausen an den Endhaltestellen ständig und behindern sich gegenseitig und der Güterzug zusätzlich auch die Züge auf dem Abschnitt Talheim – Schattenbahnhof D. Die dadurch entstehenden ständigen neuen Situationen machen es sehr interessant den Betrieb in Talheim zu beobachten.

Hier wollte ich eigentlich eine Doppelausfahrt an der Westausfahrt von Talheim fotografieren. Leider fährt der Personenzug doch ein wenig später, dafür begegnet dem Schnellzug zufällig ein Güterzug.
Bild

Hier funktioniert die Doppelausfahrt besser.
Bild

Hier können wir vom Bahnsteig in Talheim den Zug auf der Nebenstrecke sehen. Jetzt wird euch auch klar, warum ich gerade hier den steilen Weinberg angelegt habe, nämlich um die Nebenstrecke möglichst nahe an Talheim heran zu führen.
Bild

Ein weiteres Foto der Nebenstrecke vom Bahnsteig aus.
Bild

Hier fährt der Personenzug aus der Ausfahrt West. Der Güterzug muss warten. bis er den Schattenbahnhof A erreicht hat.
Bild

Viele Grüße
Oskar
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#7 Beitrag von P. I. Ranha »

Ganz grosse Klasse, Oskar! 👍🏻👍🏻 Danke, dass Du die Anlage nur mit Grundversionsmodellen ausstattet, das erlaubt mir sie dann auch in Betrieb, nach eigenem Gutdünken, zu betrachten.👍🏻🙏🏻
Es grüsst der Fisch. (EEP6 - Stehenbleiber, Feingucker und Hg. des "Guide Fischelin für Schmalspuranlagen")

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Re: Talheim - Fantasieanlage

#8 Beitrag von P. I. Ranha »

"Daher kam mir die Idee nach den vier anderen Anlagen aus Grundversionsmodellen (Argegno, Wuppertal, Alpensee und Jena) wieder einmal eine Grundversionsanlage zu bauen, die alle EEP-Freunde, die EEP 6.1 haben, sofort ohne jeglichen Tausch von Modellen benutzen können."
Das war mir nicht bewusst, obwohl ich alle Deine Berichte verfolgt habe!!! shock (Ich bin noch nicht aus der Sommerstarre erwacht! 😉😂😂)
Es grüsst der Fisch. (EEP6 - Stehenbleiber, Feingucker und Hg. des "Guide Fischelin für Schmalspuranlagen")

Meterfan
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#9 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

hier gibt es gerade viel Betrieb in Talheim. Der Güterzug musste auf den gerade eingefahrenen Schnellzug warten, da er dessen Gleis kreuzt. Auch gerade eingefahren ist der kurze Personenzug der Nebenstrecke, dessen Lok nun umgesetzt werden muss. Ganz hinten sehen wir auch die Brücke über die die Nebenbahn von der linken auf die rechte Talseite wechselt.
Bild

Hier ist die Lok bereits abgekuppelt und muss noch auf die Durchfahrt des Zugs zum Steinbruch warten, bevor sie dann über einen Gleisstumpf vor dem Stellwerk auf das Nachbargleis wechseln kann.
Bild

Hier sehen wir sie bei der Rückfahrt auf diesem Gleis beim 8-gleisigen Bahnübergang. Zu diesem Bild habe ich auch noch Bemerkungen zur Landschaftsgestaltung. Als Grundbodentextur habe ich bb_Alpengras benutzt. Beim Malen des gelben Feldes habe ich einfach einen kleinen Pinsel benutzt, und die Fläche nicht ganz vollständig bedeckt. Dadurch sind die grünen Flächen im Feld geblieben. Bäume und Büsche am oberen Rand habe ich kleiner skaliert, um einen größeren Abstand vorzutäuschen.
Bild

Glücklicherweise kann man, wenn man virtuelle Verbindungen benutzt, die Schaltung zur Absicherung dieses 8-gleisigen Bahnübergangs klein und niedlich aufbauen. Hier sehen wir die Schaltung, die gerade vom Güterzug zum Steinbruch ausgelöst wurde.
Bild

Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass bei diesem rechteckigen Schaltungsaufbau der Richtungspfeil der Weichen für Fahrt (also Durchfahrt von unten nach oben) nach links steht. Steht er nach oben steht die Weiche auf Abzweig und das Schaltauto biegt in den jeweiligen rechten Ast ab.

Im Ruhezustand fährt das Schaltauto ständig von unten nach oben und springt über eine virtuelle Verbindung wieder nach unten.

Hier hat die Fahrstraßensteuerung, die wir morgen sehen werden, das zweitunterste Gleis belegt und dazu in der Schrankensteuerung die zweitunterste Weiche auf Abzweig gestellt. Von jedem der unteren kurzen Stummel springt das Schaltauto auf den bei der Weiche 762 beginnenden Ast und bewegt sich dort weiter nach rechts. Beim ersten Durchlauf steht die Weiche 752 auf Abzweig und das Schaltauto schaltet folgende Kontakte in diesem Ast:
- Rücksetzung der Weiche 752 auf Fahrt
- Soundkontakt, der das Läutewerk der Schrank ca. 15 Sekunden läuten lässt
- über die unsichtbaren Signale 406 und 407 auf der Straße werden mit 3 Sekunden Verzögerung die Autos angehalten
- mit 13 Sekunden Verzögerung werden die Schrankenbäume geschlossen,
- die Weiche 753, die zum obersten Ast führt wird auf Abzweig gestellt
vom Ende des Astes springt das Schaltauto nach ganz unten und fährt dann solange durch den unteren Ast bei der Weiche 752 wie eine der Weichen an den unteren kurzen Stummeln auf Abzweig gestellt ist. Jeder Zug stellt über einen Zugschlusskontakt die Weiche an dem seinen Gleis zugeordneten kurzen Stummel auf Fahrt zurück. So bleibt bei mehren gleichzeitig verkehrenden Zügen die Schranke so lange blockiert, bis der letzte Zug den Bahnübergang verlassen hat.
Dann fährt das Schaltauto einmalig durch den obersten Ast und schaltet dort folgende Kontakte:
- Rücksetzung der Weiche 753 auf Fahrt
- Öffnen der Schrankenbäume
- mit 3 Sekunden Verzögerung Schalten der unsichtbaren Signale auf der Straße auf Fahrt
- Schaltung der Weiche 752 auf Abzweig
Vom Ende des Astes springt das Schaltauto wieder nach ganz unten und fährt dann in der Ruhestellung wieder die Schleife von ganz unten nach ganz oben bis wieder eine Weiche an einem der Stummel auf Abzweig gestellt wird.

Baut man diese Schaltung neu auf, muss man daran denken, dass vor der ersten Betrieb die Weiche 752 auf Abzweig stehen muss.

Entgegen meiner Gewohnheit, alle Schaltungen in 900 m Höhe aufzubauen, musste ich hier auf -20 m gehen, da man sonst das Läutewerk nicht hört.

Die vielen kurzen Blockstrecken auf der Straße dienen dazu, ein Auffahren der wartenden Autos zu verhindern.

Viele Grüße
Oskar
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#10 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

heute zeige ich euch Bilder der Strecke zwischen Talheim und dem Schattenbahnhof A.

Hier fährt der Personenzug Richtung Schattenbahnhof. Die Ausstattung der Strecke mit Telegrafenmasten und der Straße mit Straßenpfosten trägt wesentlich dazu bei, einen 3-dimensionalen Eindruck zu erwecken. Auf Telegrafendrähte habe ich aber zur Schonung der Framerate und auch, weil sie in EEP zu dick erscheinen, verzichtet.
Bild

Hier sehen wir etwa an der gleichen Stelle aber von der anderen Seite einen Schnellzug.
Bild

Hier fährt der Personenzug unterhalb des auf dem Berg liegenden Dorfes Paulinzella.
Um große Wiesenflächen zu füllen, sieht ein kleiner sumpfiger See immer gut aus.
Bild

Unterhalb der Brücke am Anlagenende kommen sich die Gleise und der Fluss sehr nahe.
Bild

Hier sehen wir die Brücke. Da man hinter der Brücke ins Freie sehen würde, habe ich dort zunächst einen aus Kulissen und vorgesetzten Büschen und Bäumen bestehenden Wald eingefügt.
Bild

Das machte das Ende aber immer noch nicht optisch dicht. Daher machen nun Bahn und Fluss dort noch eine Kurve. Rechts, aber im Bild nicht sichtbar, verschwindet die Bahn im Tunnel.
Bild

Viel Grüße
Oskar
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#11 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

heute zeige ich euch Bilder von der Strecke zwischen Talheim und dem Schattenbahnhof D.

Nur auf dem ersten Bild sehen wir einen Zug der vom Schattenbahnhof C kommt.
Aus dieser Perspektive bin ich schon sehr zufrieden mit dem Bewuchs. Habe aber gerade festgestellt, dass für die Ansicht von der anderen Seite vor allem hinter dem Zug noch einige wenige Büsche eingefügt werden müssen. Rechts auf der Rampe zweigt die Strecke zum Schattenbahnhof D ab.
Bild

Baut man eine Rampe, sieht es besser aus, wenn auch in und auf der Rampe Büsche oder Gras wachsen.
Bild

Schaut man an der gleichen Stelle ein wenig weiter links, sieht man wieder den Vorteil der Buschreihen, nämlich das Strukturieren der Flächen ohne zu viele Objekte aufstellen zu müssen.
Bild

Hier am Anlagenende mit dem Tunnel stellte ich fest, dass die Felder links am Hang nicht zugänglich sind. Daher baute ich einen Feldweg mit einem Überweg über die Gleise. Die schöne am Hang gut sichtbare geschwungene Führung ist eine gute Bereicherung für die Landschaft.
Auch bei einem Feldweg sieht die Begleitung durch Büsche gut aus.
Bild

Hier stehen wir an der gleichen Stelle auf der anderen Seite der Gleise. Hinter dem Schnellzug können wir hinten am Hang den Güterzug auf der Nebenstrecke sehen (mindestens die Dampffahne ganz links)
Bild

Hier beim Tunnel habe ich mich an einem Nadelwald versucht. Leider sind die schlanken Nadelbäume nicht sehr flächenfüllend. Trotz vieler Reihen und dazwischen gestellter Einzelbäume ist der Wald noch sehr durchsichtig. Nur die dunkle Bodentextur simuliert einen dichteren Wald.
Bild

Viele Grüße
Oskar
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#12 Beitrag von Benny »

Meterfan hat geschrieben: 11.12.2022, 22:00 Hier beim Tunnel habe ich mich an einem Nadelwald versucht. Leider sind die schlanken Nadelbäume nicht sehr flächenfüllend. Trotz vieler Reihen und dazwischen gestellter Einzelbäume ist der Wald noch sehr durchsichtig. Nur die dunkle Bodentextur simuliert einen dichteren Wald.
Genau vor diesem Problem stand ich vor zehn Jahren bei meiner Anlage "Bahnhof Falls" auch, und habe mir deshalb "Tannenkulissen" gebastelt.
Ich weiß, ist kein Grundbestand... (aber wenn es dir nicht um den reinen Grundbestand geht, sondern nur um "jeder soll die Anlage ohne Extraaufwand angucken können", könntest du dieses Modellset zusammen mit der Anlage mitinstallieren).

Viele Grüße
Benny

PS: Auch wenn ich es viel zu selten schreibe: Mir gefallen deine Herangehensweise, deine Erklärungen und natürlich auch deine Bilder immer sehr gut! Vielen Dank dafür!
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#13 Beitrag von Bahnwanderer »

Sieht gut aus alles, Oskar!

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Re: Talheim - Fantasieanlage

#14 Beitrag von Meterfan »

Hallo Benny,

Danke für den Hinweis auf deine Fichtenwaldkulissen. Diese sind wirklich sehr universell einsetzbar und sehen gut aus.
Da ich die Anlage nur mit Grundmodellen erstellen möchte, und hier das kleine Wäldchen eher zu Demonstration der Wirksamkeit einer dunklen Bodentextur diente, werde ich sie nicht einbauen.
Denjenigen Nutzern, die die Anlage verschönern möchten, könnte dein Tipp aber nützlich sein.
Ich empfehle den Nutzern, dabei auch deine ausführliche pdf-Anleitung zu lesen.
Kulissen sind in der Ebene sehr nützlich, am Hang muss man aber viele Kulissen setzen und dabei noch Einzelbäume, um die Wiederholungen in den Kulissen zu verdecken.

Zur Verschönerung gibt es übrigens noch zahlreiche Möglichkeiten, neben schöneren Immobilien und Fahrzeugen z.B. weitere Uferbäume, schöne Einzelbäume, herbstliche Buschreihen und RE1 Grasbüsche.

Liebe EEP-Freude,

Hier sehen wir den Personenzug kurz vor dem Schattenbahnhof D und im Hintergrund die Gitterbrücke über die die Nebenstrecke nach Hartenstein führt.
Hier habe ich Grasreihen verwendet. Damit diese aber nicht wie Grasreihen aussehen, habe ich in deren Mitte und am Ende weitere Grasbüsche hinein gesetzt.
Zur Strukturierung des Bodens unter den Grasbüschen verwende ich die Bodentextur Waldboden 2.
Bild

Hier sehen wir das Kloster Hartenstein und im Hintergrund einen Schnellzug Richtung Schattenbahnhof D.
Bild

Bei einem Zaun sind häufig auf der Innenseite Büsche gesetzt. Auf der Außenseite wachsen dann noch Unkrautbüsche. Wenn man auch so baut, sieht der Zaun nicht so nackt aus. Das Kloster gibt es nur als kleines quadratisches Gebäude. Man kann aber viele davon aneinander reihen wenn man sie um ein Fenster überlappen lässt. Dabei sollte man sie aber um 5 cm verschieben, um ein Flickern zu vermeiden. Die zum Kloster führende Allee besteht nur aus einem mehrfach mit der Splinefunktion auf einem Wasserweg in eine Reihe gesetzten Baummodell.
Damit das nicht genau so aussieht (bzw. damit es natürlich aussieht) habe ich die Bäume um kleine Winkel gedreht, zum Teil etwas schief gesetzt oder auch versenkt. Den größten Effekt brachte dann aber die Skalierung um 10% größer oder kleiner bei einzelnen Bäumen.

Hier sehen wir den Blick in die Allee.
Bild

Viele Grüße
Oskar
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#15 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

bevor ich euch weitere Bilder zeige gibt es erst ein wenig „Theorie“, die euch vielleicht auch nützlich sein könnte.
Hier sehen wir eine der häufig in meiner Anlage vorkommenden Straßeneinmündungen. Da ich nur kleine Straßen darstelle, gibt es keine Abbiegespuren und auch keine Ampel. Es gibt einen relativ dichten Verkehr, wobei mein Wunsch ist, dass alle Autos durch Zufall gesteuert überall fahren können. Dies wird dadurch realisiert, dass die Weichen an der Abzweigung entweder durch einen Kontaktpunkt, der als Umschalter funktioniert geschaltet werden, oder durch 2 Kontaktpunkte, von denen der eine z. B. immer auf Fahrt und der zweite beim x-ten Mal auf Abzweig stellt. Wobei über das feste x die Belegung der Straße festgelegt wird.
Bild

Hier sehen wir nun diese Einmündung in der Signalansicht. Am aufwendigsten sind die vielen Signale und Kontaktpunkte in den Zufahrten zur Kreuzung. Diese verhindern ein Auffahren auf vor der Einmündung wartende Fahrzeuge. Hier sehen wir ganz rechts ein kommendes Auto, das das Signal 374 über den direkt dahinter liegenden Kontakt auf Halt gestellt hat, ebenso das Signal 373 durch den Kontakt, der direkt hinter diesem liegt. Hinter diesem Signal liegt auch der Kontakt, der vom „Zugschluss“ ausgelöst wird und das Signal 374 wieder auf Fahrt stellt.
Bild

Die Anzahl dieser Miniblockstrecken sollte auf jeden Fall größer sein. als die maximale Zahl der Fahrzeuge, die hier warten müssen, wobei man berücksichtigen muss, dass durch lange geschlossene Schranken sich eine größere Zahl von Fahrzeugen ansammeln kann, und dass Lastwagen mit Anhänger gleich mehrere Blockabschnitte belegen. Beim ersten Signal halte ich immer den Abstand Vorsignal-Signal und den Abstand zum Kontaktpunkt, der es auf Halt stellt, möglichst kurz, weil dadurch Fahrzeuge, die durch irgendwelche Ereignisse schon lange vor der Kreuzung aufeinander aufgefahren sind, getrennt werden.

Der Steuerkreis, den wir als rechteckige Struktur rechts sehen, schaltet nur die drei Signale unmittelbar an der Einmündung. Diese sehen wir im folgenden Bild größer.
Bild

Das Schaltauto im Steuerkreis fährt im Ruhezustand von unten noch oben und springt dann über eine virtuelle Verbindung wieder nach unten. Ebenso sind die Enden der vier Seitenäste mit dem unteren Ende verbunden.
Im Bild ist auf der Straße von links gerade ein Auto gekommen. Über den grünen Weichenkontakt hinter dem Signal 365 hat es dabei die Weiche 355 auf Abzweig gestellt. Wahrscheinlich musste das Auto auf der Straße noch kurz vor dem Signal 362 anhalten.
Das Schaltauto wurde nun auf den zweituntersten Ast der Schaltung bei der Weiche 355 abgelenkt.
Dort schaltete es folgende Kontakte: Rücksetzung der Weiche 355 auf Fahrt, Umschaltung der Weiche 354 auf Abzweig und Schaltung des Signals 362 auf Fahrt. Dieses Signal wird vom Auto auf der Straße, das nun daran vorbei fahren kann, danach sofort wieder auf Halt gestellt.
Das Schaltauto zirkuliert nun über den untersten Ast der Schaltung (der den Zustand Einmündung besetzt repräsentiert), bis die Weiche 354 vom auf der Straße fahrenden Auto bei der Ausfahrt aus dem Einmündungsbereich mit dem leider schlecht sichtbaren Zugschlussweichenkontakt unmittelbar hinter der Weiche 0069 wieder auf Fahrt gestellt wird.
Auf diese Weise können zwar mehrere Autos die Berechtigung zum Befahren der Kreuzung durch Umstellen einer der Weichen 355, 356, oder 357 anfordern, das Schaltauto gibt aber immer nur einen Fahrweg frei, was neben Zusammenstößen auch verhindert, das ein Auto die Weiche auf der Straße beim „Aufschneiden“ in eine für den Gegenverkehr unerwünschte Richtung legt.
Hie soll z.B. der Bus nur auf der unteren geraden Straße fahren. Dazu gibt es vor den von dieser Straße abzweigenden Weichen als letzten Kontaktpunkt noch denjenigen, der nur für die Route „Bus“ auf Fahrt stellt. Danach darf die Weiche vom Gegenverkehr nicht umgeschaltet werden.

Wenn man die Schaltung oft braucht, kann man sie nach Einrichtung der virtuellen Verbindungen aber vor dem Anbringen der Kontaktpunkte als Block speichern.
Gegenüber echten Kreisen haben virtuelle Verbindungen den Vorteil, dass das Schaltauto keine Zeit für den Rückweg bracht. Dadurch ist eine niedrige Geschwindigkeit (ich verwende 50 km/h) möglich, was wiederum das Risiko von Fehlschaltungen vermindert.

Zu beachten ist noch, dass untere Äste der Schaltung gegenüber oberen bevorzugt bedient werden. Wenn es also eine stark befahren einmündende Straße gibt, oder dort kein langer Stau entstehen soll, muss man das entsprechende Signal über einen Kontakt auf einem unteren Ast schalten.

Ein kleiner Nachteil der Schaltung ist, dass Autos immer den Gegenverkehr abwarten müssen, und manchmal auch bei vollkommen freier Einmündung kurz anhalten.


Zum Abschluss noch 4 Bilder:

Hier sehen wir einen vom Schattenbahnhof C kommenden Kesselwagenzug vor dem östlichen Einfahrsignal von Talheim, rechts die Strecke führt zum Schattenbahnhof D.
Im Hintergrund sehen wir rechts die Kirche des Klosters Hartenstein, in der Mitte einige Häuser von Hartenstein und links den Steinbruch von Hartenstein (bzw. das hohe Gebäude, das dazu gehört).
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Nach einer leichten Linksdrehung sehen wir hier immer noch das Einfahrtsignal von Talheim und im Hintergrund die Gitterbrücke, über die die Nebenstrecke von Talheim nach Hartenstein führt.
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Gehen wir rechts zur Schranke, dann können wir folgende Szene sehen:
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Hier sehen wir im Hintergrund immer noch die Schranke. Dies ist der einzige Standort, an dem man die Brücke über den Fluss gut sehen kann.
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Oskar
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#16 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

in den folgenden Bildern möchte ich euch zeigen, welche Wirkung geringe Höhenunterschiede mit gleichzeitiger Fernsicht erzeugen.
Hier fährt der Personenzug auf der Nebenstrecke die Rampe nach Paulinzella hoch.
An diesem Bild kann man gut sehen, wie ein gleichförmiges Feld durch teilweises Übermalen mit seiner abgedunkelten Textur und gleichzeitig dem Stehenlassen einiger grüner Inseln eine wesentlich natürlichere Struktur erhält.
Bild

Die anschließende Brücke zeige ich euch aus der Ferne. Auf der Wiese vor der Brücke sehen wir einen dunklen Steifen, der z.B. durch besser wachsendes Gras entlang eines Rinnsals entstehen könnte, Der Zug wird später auf den Schienen hier vorne weiter fahren.
Bild

Vorher gibt es aber eine Kreuzung mit dem Güterzug in Paulinzella. Ich sehe gerade: an das Gras vor dem Bahnsteigkopf habe ich gedacht, ein Geländer müsste dort zur Sicherheit aber noch eingebaut werden. Die Kreuzung findet hier nur manchmal statt, da der Güterzug über Talheim weiter zum Schattenbahnhof D fährt, und somit länger braucht als der Personenzug, der immer in Talheim wendet. Zusätzlich Zufälle kommen hinzu, weil der Güterzug auf der Strecke Talheim-Schattenbahnhof D durch andere Züge behindert wird.
Bild

Hier sehen wir, wie durch die Fernsicht die Anlage ihr eigener Hintergrund ist.
Bild

Hier sehen wir fast nichts (außer Landschaft). Das braune Feld links im Bild haben wir im heutigen ersten Bild von der anderen Seite gesehen. Durch die große Entfernung, kann man hier die dahinter liegende Rampe aber kaum sehen. Hier kann man auch sehen, dass man zum Füllen der Flächen nicht unbedingt große Wälder braucht, sondern auch mit wenigen Büschen auskommen kann.
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#17 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

hier fährt der Personenzug auf der Nebenbahn oberhalb von Talheim. Der Verlauf des Flusses vor Talheim zeigt sich in diesem Bild nur nur die Büsche.
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Die Ackerflächen hinter Talheim sind nicht so riesig wie sie scheinen, Durch verkleinerte Büsche und einen kleinen Baum am Horizont habe ich hier eine größere Sichtweite vorgetäuscht.

Unter diesem Blickwinkel sehen wir eine Kurve der Nebenbahn nur mit Grünland.
Beim Bau dieser Strecke habe ich zunächst nur die Gleise in der Luft verlegt, dann das Geländeniveau entlang der Gleise angehoben und für den höheren Bereich einen zunächst ebenen separaten Berg angelegt. Sowohl das Tal als auch den Berg habe ich dann mit den Rampenwerkzeug mit dem Niveau um die Gleise verbunden. Zuletzt wurde dann die obere Ebene mit dem Werkzeug für Berge leicht angehoben oder auch vertieft. Da wir in der Kurve relativ weit vom Fluss entfernt sind, ergibt sich dort ein relativ flacher Hang, im Gegensatz zum Weinberg links im Hintergrund.
Bild

Hier sind wir nun wieder näher am Fluss und der Hang wird steiler. Man beachte die gute optische Wirkung der dunkelgrünen Textur Waldboden 3 unter den Büschen und als Flecken auf der Wiese.
Bild

Die Gitterbrücke ist für meine Anlage nicht hoch genug. Die dünnen Pfeiler würden ein Hochwasser des Flusses aber auch nicht überstehen, Daher habe ich die Flusspfeiler darunter gesetzt. Um Kacheleffekte zu vermeiden, habe ich die Felsentextur nur spärlich eingesetzt und zusätzlich kleine Spitzen hochgezogen. Die Grastextur im Vordergrund ist bb_Alpengras mit einigen Tupfen Waldboden 2. Hier wird die Szene durch einige wenige Grasbüschel sehr belebt. Hier sieht man auch, dass ich von der „Gleisvegetation“ in verschiedenen Skalierungen und Versenkungen reichlich Gebrauch gemacht habe. Dazwischen habe ich aber auch, um es weniger auffällig zu machen, dass ich nur Buschreihen verwende, die Kopfweide 6m hinein gesetzt.
Diese ist breiter als die größeren Kopfweiden und kann daher versenkt auch gut als Busch benutzt werden.
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#18 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freude,

gestern hatte ich noch ein Bild vom Haltepunkt Talheim Nord vergessen, das noch vor der Gitterbrücke liegt. Ich hoffe das folgende Bild gefällt euch.
Bild

Vielleicht ein wenig zur Entstehung eines solchen Landschaftsteils:
Zunächst gab es nur die Bahnstrecke, den Haltepunkt und den Überweg. So ein Haltepunkt in der freien Landschaft macht aber keinen Sinn also setzte ich noch drei Häuser dazu, von denen wir hier nur zwei sehen. So alte Häuser sehen aber mit großen Bäumen besser aus, also noch drei Bäume dazu und etwas Gras am Sockel. Es fehlt aber noch die Abgrenzung der Grundstücke, also noch den Staketenzaun um das eine Haus gebaut und damit es nicht zu langweilig ist die Hecke um das andere. So große kahle Grundstücke sind aber selten, also müssen noch Obstbäume und Büsche dazu, außerdem ein Schuppen an dessen Kanten wiederum Gras gehört. Nun braucht noch die Einfahrt eine andere Bodentextur und ein Auto sollte auch irgendwo stehen.

Nun sieht aber das Grundstück zwischen Haltepunkt und Straße sehr kahl aus, das doch wahrscheinlich irgendwie verwildert ist. Also musste ich auch dort noch Gleisvegetation in verschiedenen Größen, Buschreihen und Gras pflanzen. Zum Schluss kam dann noch der Busch und der Grasbüschel vorne neben dem Bahndamm dazu.

Zusammengefasst: meistens stelle ich ein Fahrzeug auf die Gleise schwenkte die Kamera darum herum und schaue, wo es noch etwas fehlt oder die Landschaft einfach zu leer aussieht.


Hier sehen wir noch einmal die Brücke, diesmal von oben mit dem Güterzug. Da die Brücke eine Krümmung hat, habe ich sie so in die Landschaft gelegt, dass die Krümmung sinnvoll ist.
Bild

Hier sehen wir nun den Endbahnhof Hartenstein vom Berg. In Bahnhofsnähe habe ich alle Fachwerkhäuser gesetzt, die die Grundversion zu bieten hat. Diejenigen, die eigentlich Stadthäuser sind, habe ich dabei leicht verkleinert und um eine Etage versenkt, damit sie eher wie Bauernhäuser aussehen.
Bild

Wenden wir den Blick etwas weiter nach links, sehen wir auch das Kloster Hartenstein, das ich euch schon zeigte.
Bild

Hier ist die Lok beim Umsetzen an die Bahnhofsspitze gelangt. Im Hintergrund sehen wir den Steinbruch Hartenstein mit einigem Güterwagen, die direkt vom Bagger gefüllt werden (habe ich aber nicht animiert).
Auch hier gab es zunächst eine kahle Wiese zwischen dem Steinbruch und dem Bahnhof, die ich wegen der Sichtbeziehungen nicht mit Büschen voll pflanzen wollte. Erst nach längerer Zeit kam mit die Idee, es könnte doch sein, dass man die Steine zunächst aus dem Boden geholt hat, und dort nun ein Loch geblieben ist.
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#19 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass die Atemwegserkrankungen, die zur Zeit vielen Bahnbetrieben große Probleme bereiten, auch den Betrieb meiner Anlage Talheim betreffen könnten. Nun musste aber auch hier der Betrieb für einige Tage ruhen, da ich, obwohl jeden Kontakt meidend und im Supermarkt Maske tragend, infiziert wurde.

Heute möchte ich euch aber wieder einige Bilder zeigen.

Beim Steinbruch in Hartenstein, muss immer eine Wagengarnitur stehen bleiben, da die Wagen direkt vom Bagger beladen werden (nur fiktiv, man kann die Wagen nicht beladen und den Bagger habe ich nicht animiert). Der Güterzug bringt leere Wagen, schiebt bei seiner Ankunft die vollen Wagen auf einen Gleisstumpf
Bild

und lässt die leeren Wagen gleich am richtigen Ort stehen.
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Dann brauch er nur noch mit den vollen Wagen auf dem zweiten Gleis an den leeren Wagen vorbei zu fahren.
Bild

Dieses Verfahren verkürzt die Rangiervorgänge erheblich und wurde in ähnlicher Weise auch bei Österreichischen Straßenbahnen an Endstationen ohne Wendeschleife verwendet, solange diese noch mit Beiwagen fuhren. Die Beiwagen hießen dann Stoßbeiwagen.

Hier sehen wir den Güterzug auf der Rückfahrt schon in Paulinzella bei der Kreuzung mit dem Personenzug.
Bild

Der Personenzug hält immer am Hausbahnsteig, hier bei der Rückfahrt. Der Güterzug benutzt immer Gleis 2.
Bild

Natürlich muss der Betrieb der eingleisigen Strecke zwischen Hartenstein und Paulinzelle signaltechnisch abgesichert sein. Daher gibt es in beiden Bahnhöfen Ausfahrsignale. Die dazugehörige Schaltung sehen wir hier. Einfahrtsignale vermeide ich auf eingleisigen Strecken, da ein dort haltender Zug immer gleich beide Richtungen blockiert.
Bild

Wer die Schaltung meiner Straßeneinmündung verstanden hat, wird sehen, dass die Schaltung hier sehr ähnlich ist. Auch bei dieser Schaltung fährt im Ruhezustand das Schaltauto von unten nach oben und springt über eine virtuelle Verbindung wieder nach unten. Ebenso sind die Enden aller nach rechts führenden Äste mit dem unteren Ende verbunden.
Hier gibt es vier Fahrstraßen die angefordert werden können:
Personenzug Hartenstein-Paulinzella
Personenzug Paulinzella- Hartenstein
Güterzug Hartenstein-Paulinzella
Güterzug Paulinzella- Hartenstein

Jeder der langen Äste mit den Kontaktpunkten entspricht einer Fahrstraße.
Kommt ein Zug, fordert er durch einen Kontaktpunkt, der die Weiche der entsprechenden Fahrstraße auf Abzweig stellt, diese Fahrstraße an. Wenn die Strecke frei ist, wird das Schaltauto durch diesen Ast fahren und zunächst die Weiche, die in den Ast führt zurück auf Fahrt stellen, sodann die Weiche 519, die in den untersten Stummel führt auf Abzweig stellen und damit die Schaltung für weitere Schaltvorgänge blockieren. Anschließen wird das Schaltauto noch die Weichen auf den Gleisen so stellen, wie sie benötigt werden, und das Ausfahrsignal auf Fahrt stellen. Danach kann das Schaltauto nur noch den unteren Stummel befahren. Dessen Weiche wird erst dann durch einen Zugschlusskontakt auf Fahrt gestellt, wenn der Zug den eingleisigen Bereich verlassen hat.
Diese einfache Schaltung funktioniert allerdings so nur, weil zuverlässig das Gleis im Zielbahnhof immer frei ist, weil Personenzug und Güterzug eigene Gleise benutzen und von jeder Gattung nur ein Zug unterwegs ist.

Im nächsten Beitrag werde ich euch eine universelle Schaltung für eine eingleisige Strecke als einfachstes Beispiel einer Fahrstraßensteuerung über eine x mal x Matrix vorstellen.

Aber zuerst ist ja auch noch Weihnachten.

Wer kann, genieße es, seine Liebsten zu sehen und mit Ihnen zu reden. Seid nett zu einander und versucht das Prinzip „liebe deinen Nächsten“ zu verstehen und umzusetzen, für das dieses Fest, das immer mehr als Fest der Geschenke verstanden wird, eigentlich steht.

Frohe Weihnachten
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Re: Talheim - Fantasieanlage

#20 Beitrag von Meterfan »

Liebe EEP-Freunde,

beim letzten Beitrag zeigte ich euch eine vereinfachte Schaltung für eine eingleisige Nebenstrecke zwischen zwei zweigleisigen Strecken. Diese hat für eine Verallgemeinerung vor allem den Nachteil, dass es nur einen Ast gibt, der den Zustand „besetzt“ darstellt, und man diesen für den Zug in Gegenrichtung nicht früher frei geben kann als für einen nachfolgenden Zug.

Heute zeige ich euch das gleiche Problem, nämlich die Schaltung für eine eingleisige Strecke zwischen zwei zweigleisigen Bahnhöfen, bei denen immer nur das in Fahrtrichtung rechts liegende Gleis befahren wird. Diese Schaltung funktioniert für in beliebigen Abständen hintereinander und in Gegenrichtung fahrende Züge, also insbesondere auch dann, wenn gerade kein Gegenzug kommt.

Diese Schaltung ist der einfachste Fall für einen als Tabelle angeordneten Schaltkreis hier 2 Spalten und 2 Zeilen. Dieses Prinzip, kann man, wenn man es verstanden hat, leicht auf beliebig viele Fahrstraßen erweitern. Erfunden habe ich dies nicht selbst, sondern die Idee stammt von Wolfgang Ortmann. Leider kann ich seine Beiträge nicht mehr finden.

In unserem Fall gibt es genau zwei Fahrstraßen, nämlich diejenige für den Zug A>B und diejenige für den Zug B>A. Das Schaltauto fährt in der rechteckigen Struktur im unten gezeigten Bild im Ruhezustand von links nach rechts und springt über eine virtuelle Verbindung wieder nach links. Alle Stummel der nach oben führenden Äste, sind über solche Verbindungen direkt mit dem unteren Gleis noch vor dem nächsten Ast verbunden.

Betrachten wir diese Schaltung, stellen wir fest, dass es die Fahrstraßenbezeichnungen sowohl oben gibt, wo sich die Äste mit den Kontakten befinden, als auch links, wo sie die durch diese Fahrstraße geschalteten Weichen innerhalb der Schaltung bezeichnen.

Man kann sich dies auch als Tabelle auf Papier aufmalen. Die Spalten sind dann die jeweiligen Fahrstraßen und die Zeilen sind die durch die jeweilige Fahrstraße blockierten Fahrstraßen. In diese Tabelle malt man ein x an die Stellen, an denen eine Fahrstraße durch eine andere blockiert werden muss, weil sie nicht gleichzeitig befahren werden darf. In unserem Fall würde die Tabelle sehr einfach aussehen:
......................A>B...B>A
A>B blockiert .....x.......x
B>A blockiert......x.......x

Die erste Zeile heißt im Klartext
das erste x: wenn ein Zug A>B fährt, darf gleichzeitig kein nachfolgender Zug dort fahren und das zweite x: es darf kein Zug entgegenkommen
die zweite Zeile heißt im Klartext
das erste x: wenn ein Zug B>A fährt, darf kein Zug entgegenkommen und das zweite x: es darf gleichzeitig kein nachfolgender Zug dort fahren

In der Schaltung ist jedes x eine Weiche, die durch die jeweilige Fahrstraße auf Abzweig gestellt wird. Das Schaltauto kann dann die Kontaktpunkte der blockierten Fahrstraße nicht mehr erreichen. Aufgehoben wird die Blockade dadurch, dass die Weiche durch einen Zugschlusskontakt wieder auf Fahrt gestellt wird.

Gegenüber der Schaltung aus meinem letzten Beitrag hat diese Schaltung den Vorteil, dass man einzelne Blockaden zu verschiedenen Zeitpunkten aufheben kann. Wenn der Zug A>B in B angekommen ist, kann der Gegenzug B>A schon fahren, ein nachfolgender Zug A>B soll aber noch in A warten, weil er noch nicht in B einfahren könnte.
Bild
Wir betrachten nun einen Zug der gerade von A nach B fahren möchte.
Im Bild kommt er von links auf dem unteren Gleis und wird zunächst über einen Weichenkontakt die Weiche 5 auf Abzweig schalten und damit die Fahrstraße anfordern. Das Schaltauto fährt dadurch im ersten Ast nach oben. Wenn Weiche 8 und 9 auf Fahrt stehen, weil die Strecke zwischen den Bahnhöfen frei ist, erreicht es die Kontakte am oberen Ende des ersten Astes.
Dadurch werden folgende Schaltungen ausgelöst:
Weiche 5 wird wieder auf Fahrt zurück gesetzt.
Weiche 9 wird auf Abzweig gestellt. Dies blockiert die Schaltung einer Fahrstraße für einen nachfolgenden Zug
Weiche 15 wird auf Abzweig gestellt. Dies blockiert die Schaltung einer Fahrstraße für einen entgegenkommenden Zug.
Weiche 1 und Weiche 2 im Fahrweg werden auf Fahrt gestellt.
Das Signal 3 wird auf Fahrt gestellt und unser Zug kann nun in die eingleisige Strecke einfahren.

Während sich der Zug im eingleisigen Abschnitt befindet, kann ein nachfolgender Zug wieder die Fahrstraße anfordern, indem die Weiche 5 umgelegt wird, das Schaltauto kann aber die Kontakte oben nicht erreichen, da es bei der nun auf Abzweig stehenden Weiche 5 abbiegt.
Ein Zug in Gegenrichtung wird die Weiche 11 umlegen, aber auch in diesem Ast kann das Schaltauto das ober Ende nicht erreichen, weil die Weiche 15 auf Abzweig steht.

Fährt unser Zug nun im Bahnhof B ein, wird er mit dem Zugschluss die Weiche 15 wieder auf Fahrt stellen. Dadurch könnte ein wartender Gegenzug sofort abfahren. Das Ausfahrsignal 18 ganz rechts ist schon Teil der nächsten Blockstrecke. Ist diese wieder eingleisig könnte sie wieder mit der gleichen Schaltung abgesichert werden. Erst wenn unser Zug hinter diesem Blocksignal verschwindet, setzt er die Weiche 9 wieder auf Fahrt und die Fahrstraße für einen nachfolgenden Zug kann ausgelöst werden.

Ich hoffe, ihr habt das Prinzip verstanden. Fragen können gerne gestellt werden. Im nächsten Beitrag stelle ich euch ein Beispiel mit 4 Fahrstraßen vor.

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