In dieser Woche war der Streckenabschnitt von Münsingen nach Marbach wegen Bauarbeiten gesperrt, der Dampfzug durfte aber trotzdem fahren. Für die regulären Züge gab es einen Ersatzverkehr über die parallel verlaufende Straße, die Gesamtfahrzeiten blieben dadurch unverändert. Zu den nur zwei Minuten Umsteigezeiten zwischen Bus und Zug in Marbach gab es im Fahrplan den beruhigenden Hinweis, dass Bus und Zug aufeinander warten.
Ich vermutete, dass dabei der im NE81-Design gestaltete SAB-eigene Bus zum Einsatz kommt. Von dem hatte ich zwar schon ein paar Bilder im Internet gesehen, aber noch keine eigenen Fotos geschossen. Deshalb wollte ich mir den nächsten Transfer vom Bus auf Zug in Marbach anschauen.
Irgendwann war auch die blaue Fläche auf dem Regenradar vorbeigezogen, ich verließ meinen Unterstand und radelte nach Marbach. Mit dem Regenende-Abwarten hatte ich mir aber ein bisschen zu viel Zeit gelassen, denn einen Bahnübergang vorm Ziel kam mir der NE 81 schon entgegen:
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Interessanterweise brauchte das Wetter von der "trüben Suppe" (oben) bis zum strahlenden Sonnenschein (unten) nur fünf Sekunden und eine 180°-Drehung:
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Wer genau hinschaut, sieht hinter dem beschleunigenden Triebwagen noch das zuvor in den Regenrinnen gesammelte Wasser auf die Schwellen pladdern.
Die Abfahrt des Zuges in Marbach hatte ich verpasst, aber den Bus bekam ich beim anschließenden Wendemanöver doch noch vor die Linse:
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Der schöne Sonnenschein währte aber nicht lang, und auf dem Regenradar war schon der nächste Schauer im Anmarsch. Also wieder zurück nach Gomadingen

Diesmal verkroch ich mich aber nicht auf dem Marktplatz, sondern auf einem nahe gelegenen Grillplatz in einer Hütte, wo mein Fahrrad ebenfalls genügend Platz hatte.
Von dort aus konnte ich auch beobachten, wie der NE81 wenig später nach Marbach zurückfuhr. Ein zeigenswertes Bild gibt es davon aber nicht.
Die zweite Dampfzugfahrt des Tages ging bis Trochtelfingen, mit zwanzigminütigen Aufenthalt in Engstingen. Da ich mir die Rangiererei in Trochtelfingen anschauen wollte, fuhr ich dem Zug schonmal bis kurz vor Engstingen voraus. Das war zumindest mein Plan. In der Realität hatte ich so lange in der Grillhütte gewartet, dass ich es anschließend nur bis Kohlstetten schaffte, bevor die Pfiffe hinter mir sehr laut wurden.
Kurz vor dem Kohlstetter Einschnitt hielt ich an, lief noch ein paar Meter auf die Wiese, und dann kamen auch schon die beiden Dampfloks samt (nun deutlich längerem!) Zug um die Kurve geschnauft:
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Doppeltes Glück: Im allerletzten Moment kam noch die Sonne raus, und die dunkle Wolke im Hintergrund zog an mir vorbei.
Kurz nach dem Dampfzug kam auch ich in Engstigen an, hielt mich dort aber nicht lange auf. Angesichts der Fahrgastmassen, die sich um die Loks drängelten, war dort eh kein vernünftiges Foto möglich.
Stattdessen fuhr ich gleich weiter Richtung Trochtelfingen. 17 Minuten lang konnte ich den fernen Pfiffen davonfahren, bis mich der Zug kurz vor Trochtelfingen Alb-Gold schließlich doch einholte:
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Das ist zufälligerweise die selbe Stelle, die selbe Lok und sogar fast das selbe Wetter wie
sieben Jahre zuvor beim Bier-Express (das dritte große Bild im verlinkten Beitrag).
So wie damals war ich kurz darauf am Haltepunkt, aber der Zug war einfach durchgefahren. Da konnte ich nur hinterherschauen — und hinterherfahren. Bis nach Trochtelfingen war es nicht mehr weit, aber die Radwegplaner hatten anscheinend noch ein paar Höhenmeter "übrig", die sie auf den letzten Metern noch unterbringen mussten.
Als ich am Trochtelfinger Bahnhof ankam, waren die Fahrgäste schon ausgestiegen, und es begannen die Rangiermanöver. Die wurden dadurch verkompliziert, dass der Zug länger war als das Ausweichgleis, und dass die T3 auch auf der Rückfahrt vor der 97 501 laufen sollte. Aber die Bahner schienen zu wissen, was sie machen
Während anfangs noch die Sonne schien, zog kurz darauf ein Regen- und Graupelschauer über Fahrgäste, Personal und mich hinweg. Deshalb nur zwei Eindrücke von den Rangiertätigkeiten:
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Bild 16
Auch mit hundert Jahren macht Paula noch einen
glänzenden Eindruck!
Während die Loks aus einem Hydranten Wasser fassten (mit Wasserzähler, wir sind ja in Deutschland!), kam ich zufällig noch mit dem Vorsitzenden des SAB-Vereins ins Gespräch.
Als Folge davon sind jetzt auch ein paar meiner Bilder auf deren Homepage zu sehen.
Dann rückte aber schon die Abfahrtszeit wieder näher, und ich machte mich (noch vor Abfahrt des Zuges) wieder auf den Weg — schließlich wollte ich auch die Rückfahrt mehrfach fotografieren können.
Bilder davon zeige ich aber erst morgen.
Viele Grüße
Benny